Zwei Wege. Eine Erkenntnis.
Wir haben The Regulated Athlete nicht gegründet, weil wir ein Business wollten. Sondern weil wir beide durch etwas gegangen sind, das wir nicht alleine verstehen konnten.


Ich habe lange geglaubt, dass Leistung bedeutet, immer mehr zu machen. Mehr Training. Mehr Disziplin. Mehr Härte. Und ehrlich gesagt hat das lange funktioniert. 25 Stunden Training pro Woche waren normal. 2014 wurde ich Weltmeister im Achter Leichtgewicht in Amsterdam.
Ein Jahr später konnte ich kaum noch trainieren.
Die Diagnose: Epstein-Barr-Virus. Massive Entzündungswerte. Ein Körper im permanenten Alarmzustand. Die Ärzte verordneten mir ein halbes Jahr komplette Pause. Aber etwas in mir wusste: Wenn ich danach einfach weitermache wie vorher, fange ich wieder von vorne an.
In dieser Zeit war Ines an meiner Seite. Sie hat mir Dinge gezeigt, die ich als Leistungssportler nie wirklich in Betracht gezogen hatte. Ernährung, Darmgesundheit, Regeneration, Mineralstoffe. Und noch wichtiger: Sie hat mir gezeigt, wie es sich anfühlt, Hilfe anzunehmen.
Nach wenigen Monaten erreichte ich auf dem Ruderergometer wieder 97 bis 98 Prozent meiner früheren Leistung. Mit vielleicht der Hälfte des früheren Trainingsumfangs. Das hat mein komplettes Verständnis von Leistung verändert.
Heute trainiere ich ein bis zwei Stunden pro Woche. Und ich weiß: Die eigentliche Grundlage von Leistungsfähigkeit war nie das Training selbst. Es war immer der Zustand des Körpers darunter.
„Die meisten optimieren Symptome. Sie sprechen über Trainingspläne, Kalorien, Supplements, Routinen. Aber das eigentliche Fundament von Leistungsfähigkeit wird dabei oft komplett übersehen."

Ich war Sportwissenschaftlerin. Ich wusste, wie Körper theoretisch funktionieren. Und trotzdem habe ich jahrelang nicht gemerkt, was mit meinem eigenen passiert ist.
Irgendwann konnte ich keine Entscheidungen mehr treffen. Ich vergaß Termine. Selbst einfache Dinge überforderten mich. Mein System war vollkommen überlastet. Als mein Arzt mich schließlich krank schrieb, fühlte sich das nicht wie Erleichterung an. Es fühlte sich an wie Kontrollverlust.
Jonas war in dieser Zeit mein größter Halt. Nicht, weil er versucht hätte, mich zu reparieren. Sondern weil er mir etwas geschenkt hat, das ich vorher kaum kannte: das Gefühl, einfach sein zu dürfen. Ohne Leistung. Ohne etwas beweisen zu müssen.
Dann kam Yoga. Zum ersten Mal seit Jahren spürte ich wieder Ruhe in mir. Keine Leistung, kein Kämpfen, kein Funktionieren. Nur Ruhe. Es war, als würde mein Körper zum ersten Mal seit langer Zeit ausatmen dürfen.
Langsam begann ich wieder Zugang zu mir selbst zu finden. Und ich verstand etwas, das mein Leben verändert hat: Wahre Leistungsfähigkeit entsteht nicht im Überlebensmodus. Sie entsteht aus Regulation. Aus innerer Stabilität. Aus einer echten Verbindung zu dir selbst.
Das klingt vielleicht weich. Ist es aber nicht. Es ist das Gegenteil von dem, was ich meinen Athletinnen und Athleten heute zeige, wenn wir gemeinsam arbeiten.
„Ich habe gelernt, dass ich meinen Wert nicht durch Leistung verdienen muss. Und paradoxerweise wurde genau dadurch echte Leistungsfähigkeit erst möglich."
Leistung neu denken.
Wir begleiten Athleten dabei, ihren Körper zu verstehen. Nicht als Maschine, die man optimieren muss. Sondern als System, das Signale sendet, die Sinn ergeben, wenn man sie richtig liest.
Der erste Schritt ist kostenfrei und dauert drei Minuten.
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